sterben

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ster|ben ['ʃtɛrbn̩], stirbt, starb, gestorben <itr.; ist:
1. aufhören zu leben:
sie ist plötzlich gestorben; er ist an Krebs gestorben; einen langsamen, qualvollen Tod/(geh.:) eines langsamen qualvollen Todes sterben.
Syn.: abkratzen (derb); aus unserer, eurer usw. Mitte gerissen werden; das Zeitliche segnen (veraltet verhüllend); den Arsch zukneifen (derb); den Löffel abgeben (salopp); den/seinen Geist aufgeben (veraltet); die Augen für immer schließen (verhüllend); die Augen zumachen (verhüllend); dran glauben müssen (salopp); draufgehen (ugs.); einschlafen; entschlafen (geh.); erlöst werden (verhüllend); fallen (veraltend); für immer von jmdm. gehen (verhüllend); in die ewigen Jagdgründe eingehen (verhüllend ironisch); in die Ewigkeit abberufen werden (geh. verhüllend); in die Grube fahren (geh. veraltet, salopp, ironisch); ins Gras beißen (salopp); krepieren (ugs.); sein Dasein vollenden (geh. verhüllend); sein Leben verlieren; sein Leben vollenden (geh. verhüllend); umkommen; ums Leben kommen; vergehen (geh.); vom Schauplatz abtreten (geh. verhüllend); von der Bühne abtreten (geh. verhüllend).
2. [für jmdn.] gestorben sein: jmds. Erwartungen o. Ä. in hohem Maße enttäuscht haben und deshalb für ihn gleichsam nicht mehr existieren, nicht mehr zur Diskussion stehen:
dieser Heuchler ist für mich gestorben; die Sache ist gestorben.

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stẹr|ben 〈V. intr. 254; ist
1. aus dem Leben scheiden, zu leben aufhören
2. 〈fig.〉 vergehen, schwinden, erlöschen
● ... und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute (Märchenschlussformel) ● seine Liebe ist gestorben; eines natürlichen, unnatürlichen, gewaltsamen Todes \sterben ● jmdn. in Ruhe \sterben lassen; 〈aber〉 \sterben lassen 〈fig.〉 = sterbenlassenjung, alt, hochbetagt \sterben; plötzlich, unerwartet \sterben ● an Herzschlag, an Altersschwäche \sterben; du wirst nicht gleich dran \sterben! 〈umg.〉 es wird dir nichts schaden; aus Gram \sterben; durch jmdn., durch jmds. Hand \sterben von jmdm. ermordet werden; für seine Überzeugung sterben; er ist gestern gestorben; hungers \sterben verhungern; im Sterben liegen mit dem Tode ringen, kurz vorm Tode sein; über einem Werk, einer Arbeit \sterben; ich sterbe vor Neugierde, vor Langeweile 〈fig., umg.〉; es ist zum Sterben langweilig 〈umg.〉 sehr langweilig; das ist zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel 〈fig.; umg.〉 das reicht nur ganz knapp ● der Sterbende; eine \sterbende Kultur [<mhd. sterben <ahd. sterban, urspr. „erstarren, steif werden“; → starren]

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stẹr|ben <st. V.; ist [mhd. sterben, ahd. sterban, eigtl. (verhüll.) = erstarren, steif werden, zu starren]:
a) aufhören zu leben, sein Leben beschließen:
jung s.;
eines sanften Todes s.;
er starb als gläubiger Christ;
an Altersschwäche, an den Folgen eines Unfalls s.;
(formelhafter Schluss von Märchen:) und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute;
<subst.:> (in Bezug auf einen Schwerkranken, Altersschwachen) im Sterben liegen (kurz vorm Tode sein);
Ü der Wald stirbt (geht zugrunde);
seine Hoffnung, Liebe ist gestorben (geh.; erloschen);
vor Angst, Scham, Langeweile, Neugier s. (ugs.; sich überaus ängstigen usw.);
<subst.:> dann kam, begann das große Sterben (Massensterben);
R daran, davon stirbt man nicht gleich (ugs.; das ist nicht so schlimm, nicht so gefährlich);
zum Sterben langweilig, müde, einsam o. Ä. (emotional; sehr, überaus [in Bezug auf einen negativen Zustand]: obwohl sie zum Sterben müde war, lief sie weiter);
für jmdn. gestorben sein (von jmdm. völlig ignoriert werden, für ihn nicht mehr existieren, weil man seine Erwartungen o. Ä. in hohem Maße enttäuscht hat);
gestorben [sein] (1. salopp; [in Bezug auf etw. Geplantes o. Ä.] nicht zustande gekommen [sein], nicht ausgeführt, in die Wirklichkeit umgesetzt worden [sein] u. deshalb [vorläufig] nicht mehr zur Diskussion stehend. 2. Film-, Fernsehjargon; [in Bezug auf die Dreharbeit für eine bestimmte Szene] abgebrochen, abgeschlossen: »Gestorben!«);
b) <mit Akk. des Inhalts> einen bestimmten Tod erleiden:
den Helden-, Hungertod s.;
einen qualvollen Tod s.;
c) (für etw., jmdn.) sein Leben lassen:
für seinen Glauben, für das Vaterland s.;
d) (jmdm.) durch den Tod genommen werden:
ihr ist der Mann gestorben.

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Sterben,
 
fortschreitender Ausfall der lebenswichtigen Funktionen eines Organismus, der dem Tod vorausgeht und mit ihm abgeschlossen ist.
 

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stẹr|ben <st. V.; ist [mhd. sterben, ahd. sterban, eigtl. (verhüll.) = erstarren, steif werden, zu ↑starren]: a) aufhören zu leben, sein Leben beschließen: jung, im hohen Alter, im Alter von 78 Jahren, mit 78 Jahren, plötzlich, unerwartet s.; unsere Katze ist heute gestorben; eines sanften Todes (geh.; sanft) s.; Es war sicher nicht leicht, Kummers zu s. ohne Hilfsmittel, aber er würde es schaffen (Nadolny, Langsamkeit 27); wenn Hieronymus von Molk ein paar Kilometer vor dem Ziel hier auf der Landstraße Hungers s. (verhungern) sollte (Geissler, Wunschhütlein 21); er starb als gläubiger Christ, an Altersschwäche, an einem Herzschlag, an den Folgen eines Unfalls; ... sterben in der Bundesrepublik von je einer Million Einwohnern 33 an den Folgen einer Blinddarmoperation (Hackethal, Schneide 44); Honecker in Chile an Krebs gestorben (MM 30. 5. 94, 1); sie starb aus Gram über den Tod ihres Kindes; auf dem Schafott, durch Mörderhand, im Krankenhaus, zu Hause, auf dem Schlachtfeld (im Kampf), in den Armen seiner Frau s.; er starb unter schrecklichen Qualen; sie starb über ihrer Arbeit; Das Recht den »eigenen Tod« zu s. (Spiegel 14, 1996, 198); Reichlich gestorben wurde auch heuer, die Zeitungen konnten die Anzeigen kaum fassen (Bieler, Mädchenkrieg 431); <auch s. + sich; unpers.:> Für die Freiheit stirbt sich's (stirbt man) leichter (Bieler, Bonifaz 154); So schnell stirbt es sich nicht (Brot und Salz 158); (formelhafter Schluss von Märchen:) und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute; <subst.:> im Sterben liegen (kurz vorm Tode sein; in Bezug auf einen Schwerkranken, Altersschwachen); R daran, davon stirbt man nicht gleich (ugs.; das ist nicht so schlimm, nicht so gefährlich); Davon stirbt man nicht. Es war überhaupt erstaunlich, wovon man alles nicht starb (Loest, Pistole 107); Ü der Wald stirbt (geht zugrunde); seine Hoffnung, Liebe ist gestorben (geh.; erloschen); vor Angst, Scham, Langeweile, Neugier s. (ugs.; sich überaus ängstigen usw.); Einführungsabende für Eltern ... seien ... am Desinteresse gestorben (wegen Desinteresses nicht weitergeführt worden; Spiegel 9, 1978, 75); Die beiden Elbdörfer sollten im Zuge der Hafenerweiterung s. (aufhören zu existieren; Hamburger Abendblatt 8. 7. 85, 4); dann will Köln die Sendereihe s. lassen (einstellen; Hörzu 6, 1978, 18); <subst.:> dann kam, begann das große Sterben (Massensterben); Jeder von uns muss ... helfen, das Sterben der Meere zu stoppen (Hörzu 19, 1988, 10); *zum Sterben langweilig, müde, einsam o. Ä. (emotional; sehr, überaus [in Bezug auf einen negativen Zustand]): obwohl sie zum Sterben müde war, lief sie weiter; für jmdn. gestorben sein (von jmdm. völlig ignoriert werden, für ihn nicht mehr existieren, weil man seine Erwartungen o. Ä. in hohem Maße enttäuscht hat): „Welche Gefühle hegst du gegenüber Montgomery?“ - „Für mich ist er gestorben“ (Amory [Übers.], Matten 156); gestorben [sein] (1. salopp; [in Bezug auf etw. Geplantes o. Ä.] nicht zustande gekommen [sein], nicht ausgeführt, in die Wirklichkeit umgesetzt worden [sein] u. deshalb [vorläufig] nicht mehr zur Diskussion stehend: Der private Wohnungsbau ist gestorben [Tages Anzeiger 12. 11. 91, 4]; Unter dem Eindruck der Bürgerproteste ... hat die Baubehörde dieses Programm inzwischen auf ein Minimum eingeschmolzen. Die Kerntangente ist gestorben [Hamburger Abendblatt 3. 7. 79, 6]. 2. Film, Fernsehen Jargon; abgebrochen od. abgeschlossen [in Bezug auf die Dreharbeit für eine bestimmte Szene]: „Gestorben!“); b) <mit Akk. des Inhalts> einen bestimmten Tod erleiden: den Helden-, Soldaten-, Hungertod s.; einen leichten, schweren, qualvollen Tod s.; sie starben trostlos einen absurden Tod (Andersch, Sansibar 108); Wir ersinnen Tode, die noch keiner starb (Stern, Mann 196); Ü Im Krieg dann starb der Club einen stillen Tod (ging still zugrunde; Danella, Hotel 62); c) (für etw., jmdn.) sein Leben lassen: für seinen Glauben, seine Überzeugung s.; für das Vaterland, seinen Freund s.; Die Menschen haben andere Ideale, für die es sich nach ihrer Ansicht zu s. lohnt (Grzimek, Serengeti 335); d) (jmdm.) durch den Tod genommen werden: ihr ist der Mann gestorben; Einer fehlt unentschuldigt, einem anderen ist plötzlich der Vater gestorben (NBI 39, 1989, 22); ∙ e) <Imperfekt sturb>: bei allen schröcklichen Seufzern derer, die jemals durch eure Dolche sturben (Schiller, Räuber IV, 5).

Universal-Lexikon. 2012.

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  • Sterben — 1. Alles besser wie gestorben. (Warschau.) Trost der Unglücklichen, die bei grossem Verlust, z.B. einer Feuersbrunst, wenigstens das Leben gerettet haben. 2. Ans Sterben denkt man zu spät. Frz.: On s arise tard en mourant. 3. As män sugt:… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

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